… ist das Thema des kleinen, aber feinen Büchleins von John Strelecky, das mir vor wenigen Tagen in die Hände fiel:
Der Autor wird mit diesen 3 Fragen: „Warum bist Du hier?“ „Hast Du Angst vor dem Tod?“ und „Führst Du ein erfülltes Leben?“ in einem Café konfrontiert und erhält Antworten von einem Ehepaar und einer Meeresschildkröte.
Ich freue mich immer, wenn ich höre, dass Bücher wie diese erfolgreich sind. Wer sich schon mit diesen Themen beschäftigt hat, für den bietet es zwar nicht viel Neues, dennoch hat es mich inspiriert und mir wieder ein bisschen mehr Klarheit geschenkt.
Schon seit 2012 strebe ich danach, nur das zu tun, was mir wirklich Freude und Frieden bringt. Ein Freund war neulich sehr erstaunt, als ich erzählte, dass ich mich nach einem Besuch auf der Palliativstation (meistens) viel gelassener und glücklicher fühle als zuvor. Vielleicht weil mich die Offenheit der Menschen im Angesicht des Todes so berührt oder weil ich tiefe Dankbarkeit verspüre, denn ich habe noch Zeit, die Schönheit auf Mutter Erde zu genießen? Es spielen sicher noch viel mehr Faktoren eine Rolle über die auch schon Bücher geschrieben wurden (z. B. das wunderbare Buch von Monika Renz: „Hinübergehen“). Das Leben erlebe ich für mich wie ein großes Geschenk, das mir der Himmel gewährt. Wunderschöne und schmerzliche Erfahrungen darf ich machen. Erkannt habe ich in den letzten Monaten auch, dass Verwaltungsaufgaben – auch im hospizlichen Bereich – nie mehr Teil meines Lebens sein werden. Im September werde ich dieses Kapitel abschließen und ich freue mich über die Zeit, die dann wieder mir gehört für die wirklich sinnvollen Dinge.
Ja, was ist sinnvoll? Was sind meine Antworten auf die Fragen, die im Café am Ende der Welt gestellt wurden? Jeden Morgen wache ich auf und bin voll Dankbarkeit für mein erfülltes Leben. Angst vor dem Tod habe ich nicht, ich bin ihm schon mehrmals begegnet. Und warum ich hier bin? Ich bin hier, um FREUDE zu leben mit mir und mit anderen, die sich anstecken lassen. In meiner Wohnung gibt es neben einem wunderschönen Balkönchen im Sommer nun auch eine „Oase“, in der Raum ist für Gespräche, für Meditationen, für Yoga, Singen oder Tanzen. Wer Lust hat, ist herzlich willkommen, mit mir das Leben zu zelebrieren. Ich wünsche euch Frieden und Freude, viel Licht und Liebe auf dem Weg in den goldenen Herbst, bis bald – jeden Monat könnt ihr mich auf jeden Fall hier in dieser Oase treffen, alles Liebe – eure Denara
P. S. Vielleicht gibt es den einen oder anderen von euch, der sich fragt, wie ich angesichts der Flüchtlingsströme, der schlimmen Nachrichten in aller Welt und auch der Zunahme der Burnouts und psychischen Erkrankungen von vielen Menschen in unserem Land so leben kann – dem kann ich nur sagen: JA, ich kann es. Ich verneige mich in Demut vor dem Schicksal derer, die große Leiderfahrungen in diesen Zeiten erleben. Sie gehören nun eben mal in diese Welt der Dualität. Sie zwingen zum Nachdenken und ermöglichen Bewusstwerdung. Mögen wir alle offen sein für all die vielen Veränderungen, die kommen werden.